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Leben und wohnen im Alter

Es ist eine Frage, die sich einem Teil unseres Kundenstamms irgendwann einmal stellt: Wie möchte ich leben, wenn ich alt bin?

Bis vor einigen Jahren gab es kaum Wahlmöglichkeiten, was diese Frage betraf. Die Regel war, dass ältere Menschen entweder zur Familie oder, wenn das nicht möglich war, ins Heim zogen. Die erste Möglichkeit dürfte in der Vergangenheit wohl noch eher abgenommen haben in dem Maße, wie die Flexibilisierung der Gesellschaft zugenommen hat. Familien leben heute oft weit voneinander verstreut und nur noch sehr selten unter einem Dach. Auch wenn sicherlich Altenheime den Bewohnern heutzutage einiges anzubieten haben, so empfinden Menschen dennoch das Bedürfnis danach, nicht auf fremde Unterstützung angewiesen zu sein, sondern auch im Alter noch selbstbestimmt zu leben. Wenn aber die eigenen körperlichen Möglichkeiten mit der Zeit abnehmen, dann blieb bislang im Prinzip nur diese Alternative, also das Altenheim.

Es gibt aber noch einen Kompromiss: Eine Senioren-Wohngemeinschaft. Hier ist man einerseits für sich und kann andererseits auf die Hilfe und Unterstützung der Mitbewohner oder Mitbewohnerinnen zählen. Es ist eine Möglichkeit, um sich auch noch in fortgeschrittenen Jahren ein hohes Maß an Privatsphäre und Selbstbestimmtheit zu erhalten.

Allerdings sieht die Situation auf dem Wohnungsmarkt im Zusammenhang mit dieser Wohnform nicht gerade gut aus, wie dieser Artikel für München beschreibt. Vermieter hätten gegenüber Senioren-WGs ähnliche Vorurteile wie gegenüber Wohngemeinschaften von zum Beispiel Studenten und würden sich im Zweifelsfall tendenziell dagegen entscheiden. Deutschlandweit seien es momentan kaum mehr als 250 Wohngemeinschaften, in denen Senioren zusammenleben, so das Kuratorium Deutsche Altershilfe.

Damit sich das in Zukunft ändern kann, müsse es Vorreiter und vermehrt erfolgreiche Einzelbeispiele geben, denn der Wohnungsmarkt funktioniert genauso wie andere Märkte auch: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Außerdem ist hier wohl einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, damit Vermieter gegenüber Wohngemeinschaften von älteren Menschen aufgeschlossener werden. Der Artikel in der Süddeutschen Zeitung leistet in diesem Sinne dazu schon mal einen Beitrag.