Zurück zur Newsübersicht

Aus dem Leben gegriffen

Ein schöner Bericht war kürzlich in der Allgemeinen Zeitung zu lesen. Endlich einmal wurde dort die Tätigkeit von Haushaltsauflösern realistisch beschrieben. Jenseits des Klischees, dass es sich um brachiale Männer handelt, die diesen Beruf ausüben, zeigt der Bericht die Sensibilität, die der Entrümpeler Gerald Molitor aus Mainz und sein Team an den Tag legen. Jeden Tag.

Sympathisch ist zunächst einmal, dass Molitor viele Dinge, auf die er bei seinen Entrümpelungen stößt, guten Zwecken zuführt, sie beispielsweise nach Afrika spendet. Dinge, die sich hierfür nicht eignen, werden zu fairen Preisen im kleinen Stil auf Flohmärkten verkauft.

Insbesondere aber das tägliche Vorgehen bei der Arbeit ist es, was in dem Bericht geschildert wird. Gerald Molitor liegt es absolut fern, sich auf irgendeine Art und Weise über seine Kunden zu stellen. In diesem Fall ist es ein Mensch, der an zwanghaftem Horten leidet. Auch hier geht der Mann mit ganz viel Fingerspitzengefühl an die Sache heran, will verstehen, was diesen Menschen umtreibt. Genauso, wenn es um die Gefühle derer geht, die einen Angehörigen verloren haben und nun wohl oder übel den alten Haushalt auflösen müssen. Molitor räumt nicht bloß Wohnungen aus – das macht er natürlich auch –, er interessiert sich für das, was er tut. Und er weiß: An jedem Gegenstand hängen Erinnerungen. Und mit Erinnerungen hat man sorgfältig und feinfühlig umzugehen. Genau das ist es, was einen Profi ausmacht.

Herzlichen Dank für diesen Bericht. Er ist aus dem Leben gegriffen.